17. Mai 2010: Es war eine außergewöhnliche Sozialkundestunde: Die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Hauptschule an der Fürstenrieder Straße hatten den Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Uhl eingeladen. Er sollte eine Erklärung zur Europapolitik abgeben und die Schüler hatten sich vorbereitet, um Fragen zu stellen. Im Mittelpunkt des Interesses standen die griechische Staatsschuldenkrise und die Krise des Euro. Schließlich haben die aktuellen Probleme wieder stärker bewusst gemacht, wie sehr Europa heute politisch zusammenhängt – mit entsprechenden Vorteilen, aber auch Risiken. Uhl wies darauf hin, dass Deutschland vom gemeinsamen europäischen Markt und von der gemeinsamen Währung wirtschaftlich stark profitieren würde. Deutsche Firmen verdienten im Bereich der EU jährlich 510 Milliarden Euro, was erheblich zu sicheren Arbeitsplätze und Wohlstand beiträgt. Auf der anderen Seite gab er zu, dass die Regierungen früher zu optimistisch waren und die Gefahren zu wenig gesehen hätten, die von den Staatsschulden schwächerer EU-Länder für die Stabilität des Euro ausgehen. Momentan könne niemand sicher voraussagen, ob sich die einzelnen Maßnahmen der Politik – z.B. die neuen Kredite für Griechenland – am Ende als richtig herausstellen werden. Die Folgen jedes Tuns oder Unterlassens seien nur schwer abzuschätzen. Jedenfalls stünden in ganz Europa große Einsparungen an, um die Staatschulden zu begrenzen.
Die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen bewiesen mit ihrer aktiven Mitarbeiten und vielen Nachfragen reges Interesse und ein gutes Wissen über die Mitgliedsländer der europäischen Union und über die europäischen Institutionen in Brüssel und Straßburg. Uhl rief sie auf, sich engagiert um ihre Zukunft zu kümmern. Dazu gehörten vor allem eine gute berufliche Ausbildung und ein waches Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten.