Berichte, Veröffentlichungen und Interviews

Extremisten sollten das Land verlassen!

12.05.2012
Die Tagespost, Würzburg,
1) Herr Uhl, Salafisten verteilen den Koran und prügeln auf Polizisten ein. Sie haben vorgeschlagen, das Problem mit Ausweisung zu regeln. Ein provozierender Vorschlag oder ein realistischer?
Es ist vielmehr ein nötiger Vorschlag. Ausländer, die die öffentliche Sicherheit beeinträchtigen, können nach den Regeln unseres Rechtsstaats ausgewiesen werden. Ich bin sehr dafür, dass wir von diesen Regelungen Gebrauch machen. Extremisten, die Gewalt gegen unsere Polizisten und unsere Gesellschaft ausüben, müssen wir in Deutschland nicht auch noch beherbergen.
 
2) Unter den Salafisten sind aber auch deutsche Staatsbürger. Auf welcher rechtlichen Grundlage kann man diesen die Staatsbürgerschaft entziehen?
Deutsche Staatsbürger kann man nicht ausweisen, eine Rücknahme der Einbürgerung ist hingegen sehr wohl möglich. Hierbei handelt es sich um den Personenkreis, der zuvor die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt und auch erhalten hat. Liegen Gründe bei der Antragstellung vor, wonach eine Einbürgerung nicht hätte geschehen dürfen, so kann ungeachtet des Artikels 16 Absatz 1 Grundgesetz ausgebürgert werden. Beispielsweise, wenn der Antragsteller über sein Bekenntnis zu freiheitlichen demokratischen Grundordnung getäuscht hat. Letztlich kann dies nach verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung sogar geschehen, wenn der Betroffene hierdurch staatenlos wird.
 
3) Wir leben heute in einer globalen Welt mit offenen Grenzen. Wirken Abschiebungen und Einreiseverbote angesichts dessen nicht ein wenig anachronistisch? Sehen Sie keinen Spielraum mehr zur Integration?
Es ist ganz richtig, dass der Schlagbaum an den EU-Außengrenzen in Zeiten der Globalisierung keinen wirksamen Schutz gegen Kriminalität mehr bietet. Der Vorzug der Reisefreiheit im Schengen-Raum beispielsweise ist eine großartige Errungenschaft, die wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen dürfen. Gleichzeitig muss ich jedoch nicht gewaltbereite Extremisten mit steinzeitlichen Gesellschaftsvorstellungen nach Deutschland importieren. Die Frage wäre dann, wer worin integriert wird. Für mich ist klar: Wer unsere freiheitlich demokratische Grundordnung nicht akzeptieren will, der sollte unser Land verlassen.
 
4) Ein denkbarer Weg zur Eindämmung der Gewalt könnte das Verbot von Versammlungen, von Salafisten-Vereinen sein. Wie beurteilen Sie ein solches Verbot?
Über Vereinsverbote spricht man nicht. Man macht sie einfach.
 
Dort, wo sich Salafisten nicht Vereinen, sondern beispielsweise lose über das Internet, organisieren, muss der Staat eingreifen.
 
5) Was kann man allgemein machen, um Extremistenorganisationen besser in den Griff zu kriegen, ohne die Willkommenskultur in Deutschland zu beschädigen?
Extremistenorganisationen muss man verbieten, basta. Das betrifft nur eine kleinste Minderheit hier lebender Bürgerinnen und Bürger. Ganz im Gegenteil, das Vorgehen gegen Extremisten stärkt und erhält die Willkommenskultur. Menschen, die sich in unserem Land niederlassen wollen, haben dadurch die Gewähr eines friedlichen Zusammenlebens. Bei der ganzen Diskussion dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass die aktuellen Ereignisse aus Bonn und Köln ein Zerrbild schaffen. Die überwältigende Mehrheit hier lebender Muslime sind rechtstreue Bürger.

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